FOTO: UNICEF/UN057861/ROMENZI

Auf der Flucht

19. Juni 2022

Stell dir vor, du hast plötzlich kein Zuhause mehr und musst aus dem Land, in dem du lebst, fort! Dies kann jedem von uns passieren und ganz verschiedene Gründe haben.  

Fliehen müssen Menschen zum Beispiel, wenn Krieg herrscht, wie in Syrien oder der Ukraine. Auch eine Naturkatastrophe wie ein Erdbeben, ein Brand oder eine Überschwemmung kann sie dazu zwingen. Manchmal müssen Menschen auch fliehen, weil sie einer Religion angehören, die dort unterdrückt wird, wo sie leben. Manchmal führen auch Armut, Hunger und die Aussicht auf ein besseres Leben zur Flucht.

Dann müssen Menschen plötzlich ihre Sachen zusammenpacken, wenn sie dazu überhaupt die Zeit haben. Wärst du in dieser Situation, müsstest du blitzschnell überlegen, was du mitnehmen willst und unbedingt brauchst, denn die Flucht kann lang und anstrengend sein. Du weißt nicht, ob du es schaffen und wo du in Frieden leben wirst. Die Zukunft ist ungewiss.

Geflüchtete (oder „Flüchtlinge“ – das Wort ist weniger gut, weil es abwertend verstanden werden kann) sind genau jene Menschen, die ihr Heimatland ungewollt verlassen müssen. Andere werden in ihrem eigenen Land verfolgt, entweder vom Staat oder anderen Einwohnern. In manchen Ländern der Welt wird nicht geduldet, dass sie eine andere Sprache sprechen oder einfach eine andere Meinung haben, als die Leute, die an der Macht sind. Wenn sie Angst um ihr Leben haben, sehen sie oft keinen anderen Ausweg mehr, als ihr eigenes Land zu verlassen.

Die Reise kann sehr gefährlich sein: Räuber überfallen Geflüchtete, die Boote über das Meer sind oft unsicher und überfüllt, oder man wird an einer Grenze zu einem anderen Land angehalten, beschossen, eingesperrt oder wieder zurückgeschickt.

Menschen in der Ukraine verabschieden sich von Kindern, die mit dem Zug fliehen. In der Ukraine ist derzeit Krieg. FOTO: UNICEF/UN0627016/JONES/AFP
 

Wenn Geflüchtete in einem neuen Land ankommen, wissen sie oft nicht, ob und wie lange sie dort bleiben dürfen oder wovon sie leben sollen. Viele bitten in dem Land, in dem sie ankommen, um Asyl. Wenn das Land dies akzeptiert, dürfen sie bleiben und bekommen Hilfe. Wer nicht angenommen wird, muss das Land eigentlich wieder verlassen.

Viele bleiben dennoch. Zum Hass aufrufende Politiker nennen sie dann „illegale Einwanderer“. Das bedeutet, dass sie mit ihrem Bleiben gegen das Recht des Landes verstoßen. Im Grunde genommen ist aber ihre einzige „Straftat“, dass sie überhaupt da sind. Oft streitet man auch darüber, wer nun wirklich ein „Flüchtling“ ist. Muss jemand wirklich in seinem Heimatland um sein Leben fürchten oder will sie oder er nur woanders besser leben? Der Menschenrechtserklärung und der UN-Flüchtlingskonvention zufolge hat jeder Mensch das Recht, zu fliehen.

Am 20. Juni ist Weltfüchtlingstag

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Es ist der Tag, der daran erinnert, dass Millionen von Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Die Vereinten Nationen (UNO) haben diesen Tag ins Leben gerufen. Ende 2020 waren über 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind ungefähr so viele wie die Zahl aller Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland.

Auch Luxemburg nimmt Geflüchtete auf. Wer derzeit aus der Ukraine hier her flieht, kann zum Beispiel ‚Asyl’ in Luxemburg beantragen und beim Außenministerium nach einer Erlaubnis fragen, um hier zu arbeiten. Sie dürfen so lange bleiben, wie dort Krieg ist.

Was ist das UNHCR?

Die Organisation der Vereinten Nationen zur Hilfe der Geflüchteten (UNHCR) wurde am 14. Dezember 1950 gegründet, um den Geflüchteten infolge des Zweiten Weltkriegs Hilfe zu leisten. Am 1. Januar 1951 nahm das UNHCR seine Arbeit auf.

Im Dezember 2003 erhielt das UNHCR von der UN-Vollversammlung einen unbeschränkten Auftrag. Das Flüchtlingswerk kann also so lange für die UN arbeiten, wie diese Arbeit gebraucht wird. Seit seiner Gründung hat das UNHCR über 50 Millionen Menschen dabei unterstützt, sich ein neues Leben aufzubauen.

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