Am kommenden Dienstag ist in Echternach besonders viel los. In der Stadt im Osten Luxemburgs findet dann die Springprozession statt. Eine Prozession ist ein feierlicher Umzug, an dem christliche Menschen zu Ehren ihres Gottes oder eines Heiligen teilnehmen.
Die Springprozession von Echternach findet seit Jahrhunderten immer am Dienstag nach Pfingsten zu Ehren des heiligen Willibrord statt. Willibrord lebte vor 1.350 Jahren. Er wuchs in England auf, wurde Mönch und zog durch Europa, um die Menschen vom Christentum zu überzeugen. Damals glaubten viele Menschen noch an verschiedene Götter, wie es in der Antike üblich gewesen war.
Die meisten Königinnen und Könige in Europa glaubten zu dieser Zeit an den christlichen Gott – und das Christentum wurde nach und nach zur Hauptreligion in Europa. Diese Königinnen und Könige sowie Ritter und ihre Frauen unterstützten Missionare wie Willibrord. Sie schenkten ihnen zum Beispiel Grundstücke. Auf einem solchen geschenkten Grundstück in Echternach gründete Willibrord im Jahr 698 ein Kloster.
Zehntausende Menschen kommen jedes Jahr zur Springprozession
Ein Kloster ist ein Ort, an dem Mönche oder Nonnen leben. Sie führen ein besonders frommes Leben, indem sie den ganzen Tag lang beten und arbeiten. Willibrord gefiel es in Echternach. Er wurde dort alt und starb im Jahr 739. Weil er dem Christentum half, sich in Europa zu verbreiten, wurde er gleich nach seinem Tod vom Papst, dem Chef der katholischen Kirche, zum Heiligen erklärt. Seitdem kommen Menschen an Willibrords Grab und beten, damit er ihnen hilft, in den Himmel zu kommen.
Seit Jahrhunderten begeben sich Gläubige an Willibrords Grab, indem sie tanzen oder hüpfen. Auch heute noch tun das Zehntausende Menschen aus Luxemburg und aus Deutschland am Pfingstdienstag. Deutschland ist nämlich ganz in der Nähe von Echternach und so kennen auch viele Menschen aus unserem Nachbarland das Grab Willibrords.
Die Springprozession ist auf der ganzen Welt berühmt. Nirgendwo sonst gibt es eine solche Prozession. 2010 wurde sie sogar in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Was das ist, kannst du weiter unten lesen.
Was bei der Springprozession passiert, siehst du in diesem Video.
Wenn du mehr über die Prozession wissen möchtest, klicke hier. In Echternach gibt es auch eine schöne Ausstellung über die Geschichte der Springprozession.
Seit 2010 steht die Springprozession in Echternach auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Immateriell bedeutet, dass man etwas nicht mit Händen greifen kann. Das Erbe sind Bräuche oder Wissen, die jemand an seine Nachkommen weitergibt, damit sie erhalten bleiben. Auf der Liste des immateriellen Erbes der Menschheit stehen Traditionen, Künste, Wissen über die Natur oder Feste, die einzigartig und meist seit sehr langer Zeit sehr wichtig für verschiedenen Gemeinschaften sind. Auf der Liste findest du auch die Lebensphilosophie des Yoga aus Indien, Bootsbaukunst aus Indonesien, Orgelmusik aus Deutschland oder die Kampfkunst Capoeira aus Brasilien – und hunderte Einträge mehr. Die Liste wird von der UNESCO geführt. Das ist die Organisation der Vereinten Nationen, die Bildung, Wissenschaften und Kultur auf der ganzen Welt fördert. Die ganze Liste des immateriellen Kulturerbes mit vielen Fotos und Videos findest du hier.
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