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Krieg in der Ukraine

12. Mai 2022

Die Ukraine ist ein Land, das mehr als 200 Mal größer ist als Luxemburg. Es liegt etwa 2,5 Flugstunden von Luxemburg entfernt, im Osten Europas und grenzt an Russland.

Seit einigen Jahren schon streiten Russland und die Ukraine. Dabei geht es um Gebiete, die vor sehr langer Zeit (seit Ende des 18. Jahrhunderts bis 1917) zum Russischen Kaiserreich gehört haben.

So weit ist die Ukraine von Luxemburg entfernt Quelle: DPA

Sie sind heute aber Teil der unabhängigen Ukraine. Doch der russische Staatspräsident Wladimir Putin behauptet, dass sie eigentlich immer noch zu Russland gehören. Das ist falsch, aber Putin verbreitet diese Propaganda und hat dem russischen Militär befohlen, die Ukraine anzugreifen. Menschen, die sich in Russland gegen diesen Angriffskrieg wehren, werden verhaftet.

Von mehreren Seiten marschieren russische Soldaten in das Land ein. Auch die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde anfangs angegriffen. Zurzeit finden die Kämpfe vor allem im Süden und Osten des Landes statt. Es gibt heftige Kämpfe mit vielen Toten und Verletzten, es sterben nicht nur Soldaten, da auch Städte angegriffen werden. In der Hafenstadt Mariupol haben sich Soldaten in einem Stahl-Werk verschanzt. Millionen Menschen sind jetzt auf der Flucht vor den Angriffen und möchten das Land verlassen.

Warum das alles passiert  

In der Vergangenheit hatte Russland schon eine Halbinsel der Ukraine besetzt. Im Osten gab es von Russland unterstützte kleinere Kämpfe um Gebiete der Ukraine, aber noch keinen großen Krieg. Ende Februar hat Russland diese Gebiete im Osten der Ukraine als eigene Staaten anerkannt. 

Aus russischer Sicht gehören diese jetzt also nicht mehr zur Ukraine. Zu diesem Zeitpunkt sprach Putin davon, Soldaten in diese Gebiete zu schicken: angeblich, um den Menschen dort zu helfen. Dann aber kam der große Angriff auf die Ukraine. 

Ein weiterer Grund für diesen Angriff ist wahrscheinlich, dass die Ukraine mit der EU und den USA befreundet ist und noch enger befreundet sein will. Expertinnen und Experten sagen, der russische Präsident sieht darin eine Bedrohung für sein Land. Deshalb will er die ukrainische Regierung und das Militär entmachten. An den Folgen leidet besonders die Bevölkerung der Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs sind (nach Berechnungen der UNO) dort fast ein Drittel aller Arbeitsplätze weggefallen. In Butcha, in der Nähe von Kiew wurden sehr viele Menschen getötet.

Wie die anderen Länder reagieren  

Viele Länder sind schockiert und verärgert über den Angriff Russlands. Sie versuchen nun, der Wirtschaft Russlands zu schaden und der Ukraine zu helfen. Teilweise werden auch Waffen an die Ukraine geliefert. Die USA haben zum Beispiel Kampf-Flugzeuge geschickt.

Einige Länder haben angeboten, Geflüchtete aus der Ukraine aufzunehmen. Mehr als fünf Millionen Menschen sind inzwischen in westliche Länder geflohen, vor allem in die benachbarten Länder Polen, Slowakei, Ungarn, Moldawien und Rumänien. Weit über die Hälfte der Kinder, die in der Ukraine leben, mussten ins Ausland fliehen.

Viele Politikerinnen und Politiker sind wütend. Einige Länder und deren Regierungen führen regelmäßig Gespräche untereinander und auch mit dem russischen Staatspräsidenten, um den Krieg zu beenden und einen baldigen Frieden auszuhandeln. Bisher blieben diese Verhandlungen erfolglos.

Weltweit zeigen viele Menschen mit Protesten, dass sie gegen diesen Krieg sind. Sie stellen sich auf die Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer und demonstrieren gegen den Angriff Russlands. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi fordert schon seit längerem, dass Gas- und Ölimporte aus Russland gestoppt werden, damit Russland kein Geld mehr damit verdienen kann. Die Europäische Union plant gerade solche Maßnahmen.

Auch Luxemburg nimmt Menschen in Not aus der Ukraine auf. Zahlreiche Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, sind hier angekommen, viele Kinder sind bereits in Luxemburg eingeschult.

Sie dürfen so lange bleiben, bis der Krieg zu Ende ist. Gemeinden und Privatpersonen bereiten sich vor, um ihnen Wohnungen beziehungsweise Schlafstellen zu bieten.


Interview mit Karolina

Als der Krieg ausbrach, ging Karolina in Kiew zur Schule. Das ist die ukrainische Hauptstadt. Nun ist die 12-Jährige in Luxemburg, wo sie mit dem Piwitsch-Team gesprochen hat. Karolina ist froh, dass sie sich nicht mehr fürchten muss. Sie hatte nämlich sehr viel Angst, dass eine Bombe auf das Haus fallen könnte, in dem sie mit ihren Großeltern lebte. Auch als sie in einem Auto durch die Ukraine fuhr, um nach Polen zu kommen, hatte sie Angst. Mit ihrer Mutter reiste Karolina erst mit dem Zug nach Deutschland und dann nach Luxemburg. Seit Kurzem besucht die Kunstturnerin das Athenäum und hat schon viele Freunde. Luxemburg findet sie ganz toll, weil es so modern ist und weil hier Menschen leben, die aus vielen Ländern kommen und viele verschiedene Sprachen sprechen. Eines Tages möchte sie Ärztin werden, um anderen Athletinnen und Athleten zu helfen.

Tipps

  • Für psychologische Hilfe können sich betroffene Eltern und Familien an Werktagen täglich von 8h-18h an folgende Helpline wenden: 8002 – 93 93.
  • Tipps, wie Eltern mit Kindern über den Krieg sprechen bietet das Bildungsministerium hier.
  • Privatpersonen, die eine aus der Ukraine geflüchtete Person aufnehmen wollen, wenden sich telefonisch an: +352 621 796 780 oder per Mail an: ukraine@zesummeliewen.lu

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