Jeder kennt heute die kleinen runden Smileys. Vor 40 Jahren kam jemand zum ersten Mal auf die Idee, ein Smiley mit Satzzeichen zu bauen. Foto: DPA

Mit Bildchen ausdrücken, wie man etwas meint

22. September 2022

Vor 40 Jahren kam jemand auf die Idee ein Smiley aus Zeichen zu machen.  

Beim Tippen auf der Tastatur kann man nicht nur Worte schreiben, sondern auch kleine Bildchen entstehen lassen: Doppelpunkt, Minus, Klammer zu. Tada, ein Smiley! 🙂 Diese Zeichen-Kombination hat sich ein Computer-Forscher aus dem Land USA ausgedacht. Das war vor 40 Jahren.  

Scott Fahlman schlug damals das Zeichen vor, um witzig gemeinte Computer-Nachrichten zu kennzeichnen. Die Idee: So sollten alle einen Spaß wirklich als Spaß verstehen. Von der Universität des Forschers aus verbreitete sich das auf der Seite liegende lachende Gesicht schließlich auf der ganzen Welt. 

Text-Nachrichten ohne Smileys oder andere Zeichen: Das kann man sich heute kaum noch vorstellen, oder? Inzwischen benutzen aber viele Leute keine selbst getippten Gesichter mehr, wenn sie etwas am Handy oder Computer schreiben. Sondern sie verwenden fertige kleine Bilder. Diese heißen Emojis (gesprochen: emoodschiis). Das Wort kommt aus dem Land Japan und bedeutet auf Deutsch in etwa Bild-Schrift-Zeichen. Ein Emoji ist ein Zeichen, das zum Beispiel für eine Information oder ein Gefühl steht. 

Mach mit und gestalte dein eigenes Emoji: Drucke das Bild aus, schneide die Komponenten aus und kleb sie auf. Quelle: Grafik: S. Stein, DPA Kindergrafik

Nicht ganz ohne Missverständnisse

„Mit einem Emoji drückt man oft aus, wie man etwas meint“, sagt die Sprachforscherin Erika Linz. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Bild-Zeichen in digitalen Nachrichten. Also verwendet man Emojis heute oft ähnlich wie die Computer-Forscher ihre Smileys vor 40 Jahren. Nämlich als Zeichen dafür, wie ein Satz oder ein Text beim anderen ankommen soll. Denn beim Schreiben kann man das nicht zum Beispiel mit der Stimme deutlich machen. 

Die Sprachforscherin erklärt, dass Emojis regelmäßig statt Satzzeichen verwendet werden. Zum Beispiel: anstelle eines Punktes ein Tränen lachendes Gesicht. So kann man kaum falsch verstehen, wie die Absenderin oder der Absender einen Satz gemeint hat. Andere Emojis sind dagegen nicht so eindeutig und sie werden von Leuten unterschiedlich eingesetzt. Ganz ohne Missverständnisse klappt es also auch mit Emojis nicht immer. 

Dieser Text stammt von der Nachrichtenagentur DPA

200.000 Euro für die Original-Nachricht  

Nachdem der Computer-Forscher Scott Fahlman die Idee für den getippten Smiley hatte, schickte er seinen Vorschlag an eine Art digitale Pinnwand seiner Universität. Dort schlug er vor, dass auch andere Leute witzig gemeinte Nachrichten mit dem Smiley markieren. Er erklärte den Leuten außerdem: Lest es seitwärts.  

Diese Original-Nachricht von der Pinnwand war jemandem im Land USA später sehr viel Geld wert. Sie wurde dort vor rund einem Jahr für umgerechnet etwa 200.000 Euro versteigert. Dafür kann man sich ein halbes Dutzend Autos kaufen.

Der Mensch, der die Nachricht ersteigerte, hat für sein Geld übrigens nichts auf Papier bekommen. Er bekam eine Art digitale Urkunde für die Pinnwand-Nachricht. 

Dieser Text stammt von der Nachrichtenagentur DPA

Zeichen für die Gruppe  

Kleine Bilder wie Smileys oder Herzen werden in Text-Nachrichten superhäufig verwendet. Jeder versteht sie. Es gibt aber auch Zeichen, die in einer Gruppe in einer besonderen Weise verwendet werden und dann nur für die Menschen in dieser Gruppe diese Bedeutung haben.  

Solche Gruppen können Chats mit Freunden oder der Familie sein. Das erklärt die Sprachforscherin Erika Linz. Verwendet man sie, zeigt man damit: Ich gehöre zur Gruppe. Es kann zum Beispiel sein, dass eine Tante in jede Nachricht einen Winke-Emoji einfügt. Und nach einiger Zeit winken alle ständig in der Gruppe. 

Wenn jemand in einer Nachricht plötzlich keine Bildchen benutzt, bedeutet das auch etwas, sagt die Wissenschaftlerin. Oft meint diejenige oder derjenige es dann wirklich ernst. 

Dieser Text stammt von der Nachrichtenagentur DPA

Die Luxemburger Emojis 

Jeden Tag kommen neue Emojis dazu. Insgesamt soll es über 3.700 davon geben. Wusstest du, dass es auch Emojis gibt, die sich speziell auf Luxemburg beziehen? Die heißen „EmoXies“. Das „x“ im Wort spielt auf das „x“ in Luxemburg an. Es gibt eine Menge lustiger Bilder mit Wörtern wie „Tutebatti!“, Emotionen wie verliebt, Gastronomie wie „Gromperekichelcher“, Industrie wie „Automobilindustrie“, Kultur wie „Philharmonie“, Sport wie „Pokal“, Tiere wie Katze oder Pferd, Tourismus wie „Müllerthal“ oder „Minett“ und Transport wie „Tram“ und „E-Bike“. Du möchtest wissen, wie die „EmoXies“ aussehen? Dann surf hier vorbei. 

Ein Teil der Luxemburger „EmoXies“. Quelle: Inspiring Luxembourg
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